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Mara Giannachi – Lugano, Sommer 2026
Selbstwert13. Juni 2026 · 22 Min. Lesezeit

Warum du immer das Gefühl hast, nicht genug zu tun

Du hast heute gekocht, die Kinder zur Schule gebracht, gearbeitet, eingekauft, jemanden angerufen, der dich brauchte – und trotzdem liegst du abends im Bett mit dem Gefühl: Ich hätte noch mehr tun können.

Kennst du dieses Gefühl? Dieses leise, hartnäckige Unbehagen, das sich nicht vertreiben lässt, egal wie viel du erledigst? Es ist kein Zeichen von Faulheit. Es ist kein Zeichen, dass du wirklich zu wenig tust. Es ist ein Zeichen, dass in dir ein Muster aktiv ist, das du noch nicht aufgelöst hast.

In diesem Artikel möchte ich dir erklären, woher dieses Gefühl wirklich kommt – und was du tun kannst, um endlich aus diesem Kreislauf auszusteigen.

Das Gefühl hat einen Namen: chronische Unzulänglichkeit

Psychologen nennen es chronisches Unzulänglichkeitsgefühl – das anhaltende Empfinden, nie genug zu leisten, nie genug zu sein, nie genug zu geben. Es ist nicht dasselbe wie Burnout, obwohl es dorthin führen kann. Es ist ein innerer Zustand, der sich unabhängig von äusseren Umständen hält.

Frauen sind davon besonders häufig betroffen – nicht weil sie schwächer wären, sondern weil sie gesellschaftlich in eine Rolle gedrängt wurden, in der Selbstaufopferung als Tugend gilt. Eine gute Mutter tut alles für ihre Kinder. Eine gute Partnerin stellt eigene Bedürfnisse zurück. Eine gute Mitarbeiterin ist immer verfügbar. Diese Botschaften haben sich tief eingegraben – und sie lügen.

„Das Gefühl, nicht genug zu tun, ist selten ein Realitätsproblem. Es ist fast immer ein Glaubenssatzproblem."

– Mara Giannachi

Woher kommt dieses Muster wirklich?

In meiner Arbeit mit Frauenn begegne ich diesem Muster fast täglich. Und fast immer lässt es sich auf eine von drei Wurzeln zurückführen:

01

Frühe Konditionierung

Als Kind hast du gelernt, dass Liebe und Anerkennung an Leistung geknüpft sind. Wenn du brav warst, fleissig, hilfreich – dann warst du gut. Dieses Muster überträgst du als Erwachsene auf alle Lebensbereiche. Du funktionierst, um geliebt zu werden.

02

Perfektionismus als Schutzstrategie

Wenn ich alles perfekt mache, kann mir niemand etwas vorwerfen. Perfektionismus ist oft keine Charaktereigenschaft, sondern eine Schutzstrategie gegen Kritik und Ablehnung. Das Problem: Der perfekte Zustand existiert nicht – also bist du nie fertig.

03

Fehlende Erlaubnis zur Ruhe

Viele Frauen haben nie gelernt, dass Ruhe ein Recht ist – nicht eine Belohnung für erledigte Aufgaben. Wenn du dich nur ausruhen darfst, wenn alles erledigt ist, wirst du dich nie ausruhen. Denn es ist nie alles erledigt.

Was dieses Gefühl mit deinem Körper macht

Das ständige Gefühl, nicht genug zu tun, ist kein harmloses Unbehagen. Es aktiviert dauerhaft das Stresssystem deines Körpers. Cortisol bleibt erhöht. Dein Nervensystem findet keine echte Ruhe. Und mit der Zeit zeigt sich das körperlich – in Schlafproblemen, Erschöpfung, Verspannungen, Kopfschmerzen oder Migräne.

Ich kenne das aus eigener Erfahrung. Mit 44 hatte ich chronische Rückenschmerzen und Migräne. Mein Körper hat mir gezeigt, was ich innerlich noch nicht aufgelöst hatte. Das Gefühl, nie genug zu sein, hatte sich in meinen Körper eingeschrieben. Erst als ich anfing, dieses Muster zu verstehen und aufzulösen, verschwanden auch die körperlichen Symptome.

5 Schritte, um aus diesem Kreislauf auszusteigen

Es gibt keinen schnellen Fix. Aber es gibt konkrete Schritte, die dir helfen, dieses Muster zu erkennen und langfristig zu verändern.

1. Erkenne das Muster – ohne Urteil

Das Gefühl, nicht genug zu tun, ist kein Fehler in dir. Es ist ein erlerntes Muster. Wenn du es das nächste Mal spürst, sag dir innerlich: Das ist ein altes Muster. Es ist nicht die Wahrheit. Diese kleine Distanzierung kann viel bewirken.

2. Frage dich: Was wäre wirklich genug?

Stell dir konkret vor: Was müsste heute passieren, damit du abends sagst – das war genug? Schreib es auf. Du wirst merken, dass die Antwort viel kleiner ist als das, was du dir täglich abverlangst.

3. Übe bewusste Pausen ohne Rechtfertigung

Setz dich hin. Mach nichts. Und verbiete dir, dich dafür zu rechtfertigen. Das ist schwerer als es klingt – und genau deshalb so wichtig. Ruhe ist kein Luxus. Sie ist eine biologische Notwendigkeit.

4. Hinterfrage die Stimme im Kopf

Wessen Stimme ist das, die sagt: Du hättest mehr tun können? Ist es deine eigene – oder die deiner Mutter, deines Vaters, der Gesellschaft? Stimmen, die wir in der Kindheit übernommen haben, fühlen sich wie unsere eigenen an. du sind es oft nicht.

5. Hol dir Unterstützung

Manche Muster lassen sich alleine nur schwer auflösen – nicht weil du zu schwach bist, sondern weil sie tief verankert sind. Coaching, Aufstellungsarbeit oder Brain Hacking können helfen, diese Muster an der Wurzel zu lösen.

Was ich dir mitgeben möchte

Du tust genug. Du bist genug. Nicht weil du alles erledigt hast – sondern weil du ein Mensch bist, der sein Bestes gibt. Das Gefühl, nicht genug zu tun, lügt dich an. Es ist ein Echo aus der Vergangenheit, kein Spiegel der Gegenwart.

Ich habe selbst viele Jahre gebraucht, um das wirklich zu verinnerlichen – nicht nur zu wissen, sondern zu fühlen. Heute lebe ich in den Bergen, wo andere Ferien machen. Nicht weil ich aufgehört habe zu arbeiten, sondern weil ich aufgehört habe, aus Angst zu arbeiten. Das ist der Unterschied, der alles verändert.

Bereit, dieses Muster aufzulösen?

In einem kostenlosen Kennenlerngespräch schauen wir gemeinsam, was dich zurückhält – und was der nächste Schritt für dich wäre.

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Mara Giannachi

Mara Giannachi

Life Coach aus der Schweiz · Systemisches Coaching, Human Design & Brain Hacking · Seit 2019 begleite ich Frauen auf dem Weg zu innerer Freiheit.

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