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Frau nachdenklich – sich selbst im Weg stehen
Transformation · Innere Blockaden

Sich selbst im Weg stehen –
was das bedeutet und wie du aufhörst

Von Mara Giannachi · 19. Mai 2026 · 9 Min. Lesezeit

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Du weisst, was du willst. Du weisst, was dir gut täte. Du weisst, welchen Schritt du gehen müsstest. Und trotzdem – du tust es nicht.

Du verschiebst. Du zögerst. Du findest Gründe, warum jetzt gerade nicht der richtige Zeitpunkt ist. Du redest dir ein, dass du noch nicht bereit bist, noch nicht gut genug, noch nicht weit genug.

Das nennt man: sich selbst im Weg stehen. Und es ist eines der häufigsten Muster, das ich in meiner Arbeit als Coach sehe – bei Frauen, die klug sind, die viel wissen, die sich jahrelang mit sich selbst beschäftigt haben. Und die trotzdem nicht vorankommen.

Was bedeutet „sich selbst im Weg stehen" wirklich?

Sich selbst im Weg stehen bedeutet nicht, dass du faul bist. Es bedeutet nicht, dass du nicht willst. Es bedeutet, dass ein Teil von dir etwas will – und ein anderer Teil von dir alles tut, um genau das zu verhindern.

Diese innere Zerrissenheit ist kein Zeichen von Schwäche. Sie ist ein Zeichen, dass dein Nervensystem Veränderung als Bedrohung wahrnimmt – auch wenn dein Verstand weiss, dass die Veränderung gut wäre.

„Dein Verstand weiss, was du willst. Dein Nervensystem schützt dich vor dem, was sich neu anfühlt. Das ist der Konflikt."

Die 4 häufigsten Formen von Selbstsabotage

Sich selbst im Weg stehen zeigt sich nicht immer gleich. Hier sind die vier Muster, die ich am häufigsten sehe:

01

Perfektionismus als Schutzschild

Du wartest, bis alles perfekt ist – der richtige Zeitpunkt, die richtige Vorbereitung, das richtige Gefühl. Perfektionismus ist selten ein Qualitätsanspruch. Er ist meistens Angst vor dem Urteil anderer.

02

Überanalyse statt Handlung

Du liest, recherchierst, planst, überlegst – und handelst nicht. Wissen fühlt sich sicher an. Handeln bedeutet Risiko. Also bleibt es beim Wissen.

03

Selbstunterbrechung im entscheidenden Moment

Du fängst an – und hörst kurz vor dem Ziel auf. Du meldest dich fast an, schreibst fast die Nachricht, buchst fast den Termin. Kurz bevor es ernst wird, zieht etwas in dir die Notbremse.

04

Vergleich als Entwertung

Du vergleichst dich mit anderen – und kommst dabei immer zu kurz. Nicht weil du wirklich schlechter bist, sondern weil der Vergleich dir erlaubt, nicht loszugehen. Die anderen können das. Ich noch nicht.

Woher kommt dieses Muster?

Sich selbst im Weg stehen hat fast immer eine tiefere Wurzel. Es ist selten eine bewusste Entscheidung. Es ist eine Überlebensstrategie – oft aus der Kindheit, manchmal aus prägenden Erlebnissen im Erwachsenenleben.

Vielleicht hast du als Kind gelernt: Wenn ich zu viel will, enttäusche ich andere. Wenn ich zu gross werde, werde ich nicht mehr gemocht. Wenn ich scheitere, bin ich nicht gut genug. Wenn ich Erfolg habe, verliere ich die Zugehörigkeit.

Diese Überzeugungen sind nicht wahr. Aber sie fühlen sich wahr an – tief im Körper, im Nervensystem, in den Mustern, die sich über Jahrzehnte eingegraben haben.

„Das Muster ist nicht dein Feind. Es hat dich einmal geschützt."

Die Frage ist: Brauchst du diesen Schutz heute noch? Oder kostet er dich mehr, als er dir gibt?

Meine eigene Erfahrung

Ich habe mir selbst jahrelang im Weg gestanden. Ich wusste, dass ich Menschen begleiten will. Ich wusste, dass ich etwas zu sagen habe. Und trotzdem habe ich gewartet. Auf den richtigen Zeitpunkt. Auf mehr Ausbildung. Auf mehr Sicherheit.

Was mich wirklich aufgehalten hat, war nicht der fehlende Zeitpunkt. Es war die tiefe Überzeugung, dass ich nicht gut genug bin. Dass andere das besser können. Dass ich erst dann anfangen darf, wenn ich perfekt bin.

Heute weiss ich: Perfekt wäre ich nie geworden. Und die Menschen, die ich begleite, brauchen nicht meine Perfektion. du brauchen meine Echtheit.

Wie du aufhörst, dir selbst im Weg zu stehen

Der erste Schritt ist nicht, das Muster zu überwinden. Der erste Schritt ist, es zu erkennen – ohne Urteil, ohne Selbstkritik.

Wenn du das nächste Mal merkst, dass du zögerst, verschiebst oder dich selbst unterbrichst – halte inne. Frag dich:

Was genau halte ich gerade zurück?
Was befürchte ich, wenn ich diesen Schritt gehe?
Wessen Stimme ist das – meine eigene, oder eine alte?
Was würde ich tun, wenn ich wüsste, dass ich nicht scheitern kann?

Du musst nicht sofort handeln. Aber du kannst anfangen, ehrlich zu sehen, was wirklich passiert. Das ist der Anfang von allem.

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Mara Giannachi
Mara Giannachi
Coach für Frauen aus der Schweiz. Sie begleitet Frauen dabei, innere Blockaden aufzulösen und ein Leben in echter Freiheit zu gestalten – mit systemischem Coaching, Brain Hacking & Human Design.
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